Lange war es ruhig in China. "Onkel Wu" produzierte fleißig tolle Modelle, aber auch "Gleiswarzen". Nach dem "Modellbahn-Krieg" um SandaKan in 2008 und der Pleite von Modern Gala 2015 mit behördlicher Beschlagnahmung der Formen, beides mit schlimmen Folgen für wichtige und auch neue Distributoren/Anbieter/Imorteure hat es nun erneut große Namen "erwischt".

Hersteller wie ATLAS, Bowser und Intermountain melden, dass ihr Haupt- oder Alleinlieferant Affa Technology Ltd., Kowloon, Hongkong den Betrieb zum 31.7.18 eingestellt hat und sie absehbar vorerst keine Neuheiten und Wiederauflagen liefern können. Ein bedeutender deutscher Importeur, All-American-Trains in Kaarst hat dies in einer Rundmail bestätigt und weitere betroffene Firmen genannt. Am 10.08.2018 meldet Arnold/Hornby, dass etliche Neuheiten deshalb nicht erscheinen können. Neben A.C.M.E., deren Kartons im Showroom von Affa Tech herumlagen, lässt auch ein größerer deutscher Anbieter dort fertigen. Er/sie will sich in dieser Frage nicht äußern. Der nun vom Markt gegangene Hongkonger Fabrikant mit 600 eigenen Mitarbeitern ist auch in anderen Bereichen von Modellbau, RC, Spielwaren, Electronica und Haushaltsartikeln aktiv und lässt auch bei Subunternehmen fertigen.

Über den Anlass für die Betriebsschließung wird spekuliert. Derzeit ist wohl eine Schließung aus Altersgründen glaubhaft. Der Inhaber, "KKK" Kwok-Kit Ku ist in entsprechendem Alter. Zudem hat ein Namensverwandter erst im Mai 2018 eine Internetdomain einrichten lassen, die eine Fortführungsabsicht für das Unternehmen erwarten lässt - oder ein Signal dafür ist, dass die Fortführung geplant war, aber gescheitert ist.

Es zeigt sich wieder, dass Hersteller, die in China eine eigene Fertigung haben (PIKO, Rapido, Bachmann) oder in kalkulierbareren Umgebungen fertigen, von solchen Überraschungen geschützt sind.

Für das kommende Weihnachtsgeschäft sind dies schlechte Nachrichten - für Händler ist es wohl katastrophal und wird gerade in USA den angespannten Markt weiter "bereinigen".

Walthers teilt übrigens mit, dass sie mit ihren eigenen Marken nicht betroffen sind. Gleiches gilt für Athearn, die 2008 beinahe untergingen, weil SandaKan schloss.

Am Rande erfährt man bei Walthers auch noch, dass Shinohara (US-Gleise) gerade den letzten Produktionslauf fährt und dann ebenfalls noch in diesem Jahr aus Altersgründen vom Markt geht. Es ist traurig, dass sich für solche Traditionsfirmen kein Nachfolger findet. Möglicherweise gilt aber auch hier die Rechnung, dass eine Unternehmensleiche billiger ist als ein laufendes Unternehmen. Die Sitten sind hart im Spielwaren-Markt.

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© Will Berghoff 2013
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