Unter "Umbauwagen" versteht man dreiachsigen Aufbauwagen der DB sowie die bauähnlichen Drehgestellwagen.

 

Nach dem 2. Weltkrieg befand sich der Wagenpark der meisten europäischen Eisenbahnen in einem desolaten und überalterten Zustand. Viele Betriebe, so auch die DB, bauten auf altbrauchbaren Fahrgestellen Reise- und Güterwagen nach vereinheitlichten und modernen Konstruktionsprinzipien auf. So entstanden bei der DB ab 1954 zunächst die *3yge, ab 1958 die *4yge und ab 1960 durch die bekannten n-Wagen "Silberlinge" in den Werken der DB.

Die DB beschaffte insgesamt 6.582 Wagen der 3-achsigen Bauart, 1 Steuerwagen CPw3ygef, 726 CPw3yge, 1.119 BC3yge, 4.736 C3yge und einige 2-achsige Zellenwagen. Ihre Elektrik war auf beide Wagen des Paares gleich verteilt und somit redundant zu Beleuchtung beider Wagen. Alle Wagen wiesen ausschliesslich Polstersitze auf. Vin den Drehgestellwagen wurden bis 1961 1.842 Wagen gebaut. Alle Wagen entstanden auf den Untergestellen älterer Reisezugwagen der Länder- und Einheitsbauarten.

DieAufgabe der 3-Achs-Wagenpaare war der Ersatz der 2- und 3-achsigen Länderbahn- und DRG-Einheitspersonenwagen in Personenzügen. Zunächst für eine Höchsgeschwindigkeit von 90km/h vorgesehen, wurden die stets paarweise zusammenlaufenden Wagen bei stärkerer Kupplungsvorspannung bald für 100km/h zugelassen.

Ihr Einsatz erfolgt bis in die frühen 60er Jahre häufig in sehr gemischten Personenzügen mit hözernen und stählernen Wagen aller Bauarten, nach 1961 nur noch gemischt mit den Wagen der Einheitsbauart. Drehgestellwagen waren in diesen Zügen selten, bis 1962 häufig Drehgestell-Packwagen der Länderbauarten. Eine Reihungsvorgabe ist nicht bekannt. Viele dieser Wagenpaare hatten eine Steuerleitung und liefen in Wendezügen mit BD4ymgf oder B4ymf als Steuerwagen und wendezugfähigen 65, 78 oder 38 als Wendezuglok. Nicht geschobene Züge verkehrten mit nahezu allen Einheitsdampflokomotiven, vor allem 38, 50, 64, 86, 78, auf Steilstrecken 94, im Fränkischen 98.8-11, auch eine 89.8 (Dettelbach Bhf.-Dettelbach Stadt) oder Kö2/Köf3 ist belegt. 75 (bad + württ), V80, V100 oder E41, E44 und E94 waren ebenfalls je nach Region typisch.

Die ab 1958 beschaften Drehgestellwagen (Hg 120km/h!) waren zunächst für den Bezirks-Eilzugverkehr vorgesehen und liefen daher in relativ reinen Garnituren, später mit "Silberlingen" der n-Bauart und den "Mitteleinstiegswagen" der ym-Bauart kombiniert. Eine Steuerleitung wiesen die Wagen nicht auf und liefen daher nie in Wendezügen. Ab Mitte der 60er wurden im Bezirkseilzugverkehr mehr und mehr Einheitsdrehgestellwagen der y-Bauart und Vorkiegs-Schnellzugwagen aller DRG/DRB-Bauarten, die bisher im D-Zug-Dienst liefen, eingesetzt und bildeten damit dann schon eine oft bunte Mischung.

Typische Zugloks für diese Eilzüge waren 01, 01.10, 03, 03.10, 23, 38, 39, 41, 65, V160, E40, E41, später auch einmal eine V200, V200.1, 103 oder 110/112. Im Zonenrandgebiet gab es Kurzzüge mit 150/151.

Gemeinsam mit Umwagen-Dreiachser-Pärchen und/oder mit V100/211/212/213 sah man die Drehgestellwagen erst, nachdem sie Mitte der 70er aus dem Bezirkseilzugverkehr allmählich zurückgezogen wurden. Rote 3-Achser und rote Vierachser (beides Mittelwagen Wagen für elektrische Triebzüge im Vorortverkehr) sah man nie zusammen.

   
© Will Berghoff 2013
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