Der RHEINGOLD wurde ab 1928 von der DEUTSCHEN REICHBAHN-GESELLSCHAFT, deren Sitz sich im Zusammenhang mit den Reparationsverpflichtungen des Deutschen Reiches nunmehr in London befand, als Luxuszug für britische Reisende vom Fährterminal Hoek van Holland nach Basel über die als romantisch verstandenen Rheinstrecke eingesetzt.

RHEINGOLD SA4ük-28 Nr. 20 508 Bildlink: FEK
RHEINGOLD SA4ük-28 Nr. 20 508 (Museumswagen nach Umbau zum Speisewagen) Bildlink: FEK
18 537 (Bw Mainz Hbf) mit FFD 101
18 537 (Bw Mainz Hbf) mit FFD 101 "Rheingold" vor der Kulisse des Siebengebirges zwischen Bonn-Mehlem und Bad Godesberg. (29.04.1934) Foto: RVM-Filmstelle Berlin (Bellingrodt) Bildlink: www.eisenbahnstiftung.de

Für den Einsatz in diesem Zug beschaffte die DRG neue, besonders luxuriöse Reisezugwagen in einer auffälligen Lackierung. Alle Wagen waren als Salons mit losen Sesseln in der 1. Klasse und als Pullman-Bestuhlung in der 2. Klasse eingerichtet. Eine 3. Klasse wurde nicht angeboten. Jeder 2. Wagen hatte eine Küche und versorgte den nebenliegenden, küchenlosen Wagen mit. Weiterhin wurden für den Zug besondere Postpackwagen mit Zollverschlußabteilen beschafft. Ein weiterer, in der Grundfarbe des Zuges lackierter Packwagen badischer Bauart, wurde am anderen Zugende angehängt, damit beim Kopfmachen die Vorschrift, zwischen mit Reisenden bestezten Wagen und der Lok immer einen Schutzwagen einzustellen, ohne Unterwegs-Rangiermanöver erfüllt werden konnte.

Für den Einsatz wurden neben den neuesten Dampflokomotiven der Baureihe 01 auch die bayerischen und badischen Loks der Baureihen 18.3 und 18.4-5 vorgesehen. Es sind aber auch Einsätze anderer Baureihen bekannt.

Die Wagenreihung im Mindesteinsatz war also, je nach Fahrtrichtung, SPwPost4ü - SA4ü - SA4üK - SB4ü - SB4üK - Pw4ü(bad).

Für den Zug gebaut wurden:

 4 Stück SA4ü-28: Kln 20 502, Kln 20 504, Kln 20 506, Kln 20508

RHEINGOLD SA4ü-28
RHEINGOLD SA4ü-28

 4 Stück SA4ük-28: Kln 20 501, Kln 20 503, Kln 20 505, Kln 20 507

 8 Stück SB4ü-28/-29: Kln 24 502, Kln 24 504, Kln 24 506, Kln 24 508, Kln 24 510, Kln 24 514, Kln 24 516

10 Stück SB4ük-28/-29: Kln 24 501, Kln 24 503, Kln 24 505, Kln 24 507, Kln 24 509, Kln 24 511, Kln 24 513, Kln 24 515, Kln 24 517, Kln 24 519

3 Stück SpwPost4ü-28: Kln 90 201, Kln 90 202, Kln 90 203

Die Wagen waren bei Lieferung im unteren Teil (die PWPost4ü zur Gänze) in pflaumenblau gehalten, die Fensterbereiche crèmefarben. Die Anschriften "MITROPA", "DEUTSCHE REICHSBAHN" und die Klassenziffern sowie die Zierbemalung waren messingfarben bzw. aus Messing.
1932 wurden die Wagen umlackiert, statt pflaumenblau war die Grundfarbe nun violett. Zudem wurden an den Salonwagen unter den fenstern bei den Einstiegstüren mit Messingbuchstaben die Anschriften "RHEINGOLD" angebracht. Die Wagennummern wurden auf 10 5xx, 10 7xx und 105 00x geändert.

Im Jahr 1934 wurden die SB4ü-28 Kln 24 504, Kln 24 506, Kln 24 510 in gemischtklassige Wagen mit kleiner Küche SAB4ük-28/34 umgebaut (10 504, 10 506, 10 510), um als Kurswagen in der Schweiz und nach Amsterdam eingesetzt zu werden.

Mit Kriegsbeginn 1939 endete der Einsatz des F 101/102. Die meisten Wagen überlebten den Krieg und kamen wieder zum Einsatz.

Quellen:

Ernst, Friedhelm: RHEINGOLD, Geschichte eines Luxuszuges , Düsseldorf, mehrere Auflagen ab 1971

http://www.heinrich-hanke.de/eisenbahn/reisezuege/rheingold_1928-1939.htm

http://www.dbtrains.com/en/coaches/epochII/Rheingold (English!)

https://www.rheingold-zug.com/wagen-1928-29.aspx

 

Bilddatenbanken:
Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv Sammlung: Westwagon

Eisenbahnstiftung

 

Text und alle Fotos, soweit nicht anders vermerkt © Will Berghoff 2019

   
© Will Berghoff 2013
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